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NABU zog Bilanz nach fünf Jahren Uferrenaturierung am Rhein
Deutschlands größter Strom muss lebendiger Fluss werden

Das NABU-Projekt, “Lebendiger Rhein-Fluss der tausend Inseln“ ist nach fünf Jahren abgeschlossen. In 15 Modellprojekten zwischen Iffezheim in Baden-Württemberg und der niederländischer Grenze wurden mit Mauern oder Steinen befestigte Ufer wieder der natürlichen Gestaltung des Flusses übergeben. Mit einem Gesamtvolumen von knapp 1,1 Millionen Euro war es ein großes Naturschutz-Förderprojekt der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Die Bilanz des NABU anlässlich der Abschlusstagung des Projektes fiel gemischt aus. Der Erfolg: Es konnten, gemeinsam mit vielen weiteren Akteuren über Ressortgrenzen hinweg Beispiele für ökologische Verbesserungen an Europas meistbefahrener Binnenwasserstraße geschaffen werden. Der Vergleich mit den aktuellen politischen und EU-rechtlichen Herausforderungen machte aber zugleich deutlich, dass weit mutigere Schritte  folgen müssen, um den stark verbauten Rhein in einen ökologisch guten Zustand zu bringen.

Im Zentrum der NABU-Tagung stand die Frage, wie aus der am stärksten verbauten Binnenwasserstraße Europas, dem Rhein, wieder ein naturnaher Fluss mit einer Vielzahl vitaler Seitenarme werden kann. Diskutiert wurden dabei die Ergebnisse und die Erfahrungen aus fünf Jahren Realisierung konkreter Maßnahmen im Spannungsfeld Wasserstraße, Naturschutz und Hochwasserschutz.

NABU-Präsident Olaf Tschimpke: „Der Rhein als Deutschlands größter Strom muss wieder ein lebendiger Fluss werden. Von einer naturnahen Gestaltung der Ufer- und Flussabschnitte profitieren nicht nur Tiere und Pflanzen sondern auch die Menschen. Mit seinem überregional bedeutsamen Modell-Projekt hat der NABU beispielhaft Lösungen für die Verbesserung der Strukturqualität des Lebensraumes Fluss gezeigt, ohne dass die Binnenschifffahrtsstraße beeinträchtigt wurde.“

Klaus Markgraf-Maué, Leiter des NABU-Projektes bei der NABU-Naturschutzstation e.V. in Kranenburg: „20 Jahre nach dem Sandoz-Unfall hat der Rhein wieder eine gute Wasserqualität. Aber wenn wir den Fokus auf die ökologisch relevanten Strukturen, die sandigen und kiesigen Uferpartien und Seitenarme richten, so liegt noch viel Arbeit vor uns.“

DBU-Kuratoriumsvorsitzender Hubert Weinzierl: „Mit dem NABU-Projekt wurden Beispiele geschaffen, die zeigen, dass es durchaus möglich ist, dem Rhein als einen der massivst verbauten Ströme weltweit, Teile seiner Ufer und seiner Aue zurückzugeben. Trotz vermeintlich schwieriger Zuständigkeiten am Rhein zwischen Bundesländern, Wasserstraßenverwaltung, Kommunen, Naturschutzverbänden und UNESCO ist es gelungen, zu einer Win-Win Situation für alle Beteiligten zu kommen.“

Etwa 11.500 Kubikmeter Uferbefestigung ließ der NABU allein an Ober- und Mittelrhein abtragen und Strombauelemente wie Leitwerke ökologisch umgestalten. 2,4 Kilometer Ufer wurden revitalisiert. Für Rote-Liste Arten wie z.B. Flussregenpfeifer und Barbe wurde neuer Flusslebensraum geschaffen. Ein weiterer Kilometer Uferrückbau folgt noch in diesem Jahr. An Mittel- und Niederrhein sollen durchströmte Seitenarme dem Fluss in Zukunft ein Stück von seinem alten Gesicht wieder geben.

Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium Astrid Klug und Dr. Fritz Holzwarth, Präsident der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR): „Gerade solche Modellprojekte sind wichtiger Bestandteil des Rheinprogramms 2020 und der Wasserrahmenrichtlinie. Diese Projekte zeigen, dass Verbesserungen auch bei einer intensiv genutzten Schifffahrtsstraße möglich sind und die Sicherheit der Schifffahrt gewährleistet ist.“

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