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Neue Flussnatur an Deutschlands Wasserstraße Nummer eins
NABU zieht zur Halbzeit des Projektes „Lebendiger Rhein – Fluss der tausend Inseln“ eine erste Zwischenbilanz

Halbzeit beim Projekt „Lebendiger Rhein – Fluss der tausend Inseln“. Anlass für den NABU heute im Rahmen einer Schiffsexkursion zu Modellvorhaben am Niederrhein Bilanz zu ziehen. Und die kann sich sehen lassen.

Vier Modellvorhaben an Ober- und Mittelrhein sind bereits realisiert, drei Maßnahmen sind aktuell in Arbeit und zwei weitere Maßnahmen sollen noch in 2005 begonnen werden. Über zwei Kilometer Rheinufer wurden im Rahmen des Projektes bereits wieder in einen naturnahen Zustand versetzt. In Duisburg-Rheinhausen wurden 600 Meter Uferbefestigung entfernt, bei Bingen wurde auf 400 Metern Länge eine Ufermauer abgerissen und eine Initialpflanzung für einen künftigen Auwald vorgenommen. Und nahe Mannheim wurden auf mehreren hundert Metern Steinpackungen, die hier seit Beginn der Rheinbegradigung vor fast zweihundert Jahren eingebaut waren, entfernt, Uferabschnitte abgeflacht und vorhandener Auwald angebunden. An all diesen Stellen kann der Rhein jetzt wieder selber ein naturnahes Ufer gestalten.

 

Auch in der zweiten Projekthälfte werden an weiteren Abschnitten und in Zusammenarbeit mit der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung beispielhaft Flusslebensräume reaktiviert indem Steinpackungen entfernt, Buhnenfelder umgebaut und Nebenrinnen angelegt werden.

 

 

 

Der Rhein bei Duisburg-Rheinhausen an

Maßnahme NR5 vor den Bauarbeiten

Foto: NABU Naturschutzstation e.V. (c)

 

„Ziel des Projektes ist“ so Projektleiter Klaus Markgraf-Maué von der NABU-Naturschutzstation in Kranenburg, „gemeinsam mit den Akteuren am Rhein wieder mehr Flussnatur zu schaffen. Denn der rigorose Ausbau zur Wasserstraße hat dem Rhein seine Vielfalt genommen. Der entscheidende Engpass auf dem Weg zu einem Rhein voller Leben ist heute nicht mehr die Wasserqualität sondern die Verarmung an Lebensraumstrukturen. So brauchen etwa viele Fischarten im Zuge ihrer Entwicklung ein räumliches Nebeneinander sehr unterschiedlicher Teil-Lebensräume im Fluss von wellengeschützten Flachwasserzonen bis hin zu überströmten und regelmäßig verlagernden Kiesbänken. Und ein lebendiger Rhein bietet den Menschen Platz, um sich zu erholen und ein wenig die Seele baumeln zu lassen.“

Anhand von insgesamt 15 Modellvorhaben zwischen Iffezheim und niederländischer Grenze will das Projekt mit Unterstützung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt aufzeigen, wie an der meistbefahrenen Wasserstraße wieder mehr Raum für Flussnatur entstehen kann. Im Standardausbauprofil der Wasserstraße ist diese Vielfalt in räumlichem Verbund weithin verloren gegangen. Die Modellvorhaben im Rahmen des Projektes „Lebendiger Rhein“ sollen Impulse geben für die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie am Rhein und des Programms „Rhein 2020“ der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins.

 

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