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Der NABU geht in die Luft
NABU erkundet Ölgangsinsel bei Neuss mit Luftschiff

Kranenburg, 08.09.04Der NABU geht in die Luft, und zwar mit dem Luftschiff der Adler-Bekleidungsmärkte und der GEFA-Flug GmbH, die auf diese Weise das NABU-Projekt unterstützen. So wird sich das NABU-Projekt „Lebendiger Rhein-Fluss der tausend Inseln“ zwischen dem 8. und 10. September in „neue Höhen aufschwingen“. Ziel ist die Ölgangsinsel in Neuss. Die Befliegungen sollen Aufschluss über Möglichkeiten zur Renaturierung des verlandeten Rheinarmes geben, der die Ölgangsinsel einst umfloss. "Wir erhoffen uns durch die Befliegung gezielte Einblicke und detaillierte Erkenntnisse zur Situation rund um die Ölgangsinsel", erläutert Klaus Markgraf-Maué, Leiter des Projektes bei der NABU-Naturschutzstation in Kranenburg die Ziele.


Das von der Stadt Neuss unterstützte Vorhaben „Revitalisierung der Flutmulde auf der Ölgangsinsel“ wurde jüngst von der Deutschen Umwelthilfe zum „Revitalisierungsprojekt des Monats“ gekürt. Es ist eines von insgesamt 15 Modellprojekten, die der NABU im Rahmen des Projektes „Lebendiger Rhein - Fluss der tausend Inseln“ mit Förderung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, die Deutsche Umwelthilfe DUH, die Michael Otto Stiftung für Umweltschutz und die Firma Kyocera Mita Deutschland vorantreibt. Das NABU-Projekt zeigt beispielhaft, wie am Rhein wieder mehr Raum für Flussnatur geschaffen werden kann, ohne seine Funktion als Bundeswasserstraße zu beeinträchtigen.

Durch den Ausbau des Stromes sind von den einst zahlreichen Rheininseln heute nur noch wenige übrig geblieben. Die dauerhafte Unterhaltung des Flusses verhindert die natürliche Neubildung und Verlagerung von Inseln mit offenen Kies- und Sandufern. Doch sind es gerade solche Bereiche, die zahlreichen Tier- und Pflanzenarten wie dem Flussregenpfeifer und der Schwanenblume ein zu Hause bieten. Und vor Wellenschlag und Schiffssog geschützte Flachwasserzonen sind der ideale Ort für die Entwicklung von Fischbrut. Denn die  Flachwasserzonen im Hauptstrom sind aktuell durch die Schifffahrt starkem Wellenschlag ausgesetzt und damit als Lebensraum für diese Arten weitgehend entwertet.

Auf diese Weise sei die einst prägende vielfältige Auenlandschaft am Rhein weitgehend verloren gegangen und der Fluss ökologisch verarmt. „Deshalb wollen wir gemeinsam mit dem BUND Neuss und weiteren Akteuren aus der Region die Hochflutrinne wieder tiefer legen, so dass sie regelmäßig vom Rhein durchströmt wird“, so Klaus Markgraf-Maué weiter „“Vergleichbare ehemalige Inseln gibt es am Niederrhein und anderen Flüssen vielfach, so dass der Reaktivierung des Altarmes auf der „Ölgangsinsel“ Modellcharakter zukommt“, sagte DUH-Geschäftsführer Jörg Dürr-Pucher anlässlich der Prämierung zum Projekt des Monats. Auch Kyocera Mita Deutschland unterstützt das NABU-Projekt „Lebendiger Rhein – Fluss der tausend Inseln. „Dieser Fluss bietet sich aufgrund der räumlichen Verbindung zu unserer deutschen Zentrale in Meerbusch für unser Umwelt-Engagement in besonderer Weise an“, erläutert Detlef Herb, Umweltbeauftragter bei Kyocera Mita Deutschland in Meerbusch. „Aus demselben Grund ist für uns das mögliche Projekt „Ölgangsinsel“ in Neuss in  unmittelbarer Nähe zu unserem Firmensitz von besonderem Interesse“. Auch die Stadt Neuss begrüßt das Projekt als Beitrag zur Aufwertung des Naturschutzgebietes „Ölgangsinsel“. Das städtische Umweltamt beteiligt sich aktiv an der Umsetzung des Vorhabens.
Auf der Ölgangsinsel wird aber noch einige Zeit vergehen, bis die Bagger für den Naturschutz arbeiten können, vermutet Markgraf-Maué. Zur Zeit untersucht der NABU im Rahmen einer Machbarkeitsstudie, in welcher Form die Wiederbelebung der Ölgangsinsel erfolgen kann. Die Befliegung liefert dazu weitere wichtige Erkenntnisse.

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